Wie du deine Vision Realität werden lassen kannst, ohne zu verzweifeln

01.06.2018

Vision vs. Realität

Eine Vision in die Realität umzusetzen, ist nichts, was man an einem Tag oder einer Woche schaffen kann. Meistens steckt ein Daraufhinleben und -vorbereiten von vielen Monaten oder Jahren darin. Das konntest du bereits in den 7 Tipps, wie du Schritt für Schritt zu einer neuen Vision findest, nachlesen.

Damit ein Mensch bereit dafür ist, seine Vision in die Tat umzusetzen, muss er viele Schritte der Vorbereitung gegangen sein. Diese Schritte beinhalten fachliche Entwicklung, geistige Weiterbildung, geistliches Wachstum und körperliches Training. Kurz: Er muss seine Persönlichkeitsentwicklung Stück für Stück und ganzheitlich voranbringen.

Auf die Frage „Do you have, what it takes?“- „Steckt es in dir, was nötig ist (... um die Herausforderung zu bestehen)?“, wirst du am Anfang einer Vision wahrscheinlich mit „Nein“ antworten. Die Vision erscheint zu groß, zu umfassend. Und die eigene Kleinheit und der eigene Mangel stehen dir deutlich vor Augen. Doch lässt du dich davon abbringen, hast du deine Vision im Prinzip schon begraben.

Am Anfang einer Vision wirst du Schritte in Schuhen gehen, die dir wahrscheinlich 4-5 Nummern zu groß erscheinen und in denen du dir manchmal verloren vorkommen wirst. Das ist in Ordnung. Geh weiter. Mit der Zeit werden sie sich deinen Füßen anpassen. Oder könnte es sein, dass deine Füße in diese übergroßen Schuhe hineinwachsen?

Kann Gott dir eine Vision schenken?

Wenn du einen christlichen Hintergrund hast und an Gottes Wirken und Reden glaubst, fällt es dir gleichermaßen einfacher und schwerer eine Vision umzusetzen als jemandem, der aus seiner Leidenschaft seine eigene Vision entwickelt oder dessen Vision sich aus einem tief liegenden Problem entwickelt hat.

Einfacher, da Gott dir eine Vision schenken kann, die sehr fest in dir gegründet ist. Mein Beispiel dazu kannst du hier nachlesen. Gleichzeitig kann er dir Kraft und Beharrlichkeit schenken, an dieser Vision festzuhalten und darauf hinzuzugehen.

Schwerer ist es, weil Gott dir meistens nicht alle Details einer Vision offenbart. Gewöhnlich zeigt er nur die grobe Richtung. Die Details sind, nun...äh... Details und werden sich fügen.

Erinnerst du dich, wie er zu Mose sprach, dass er das Volk Israel in ein Land führen wird, in dem Milch und Honig fließen? Er nannte weder Himmelsrichtung, noch Größe des Landes und noch nicht mal ein Datum, wann es soweit sein wird.

Wenn du dagegen deine eigene Vision „erfindest“, kannst du sie dir in allen Formen und Farben und sehr facettenreich ausmalen, was auf den ersten Blick bequemer erscheint. Wenn Gott jemandem eine Vision aufträgt, hat dies jedoch immer auch mit der persönlichen Entwicklung und der Erfüllung von Gottes Absichten zu tun.

 

Was erwartet Gott von seinem „Visionär“?

Was Gott seinem „Visionär“ abfordert ist vor allem Gehorsam, Durchhaltevermögen und vor allem Vertrauen. Um alles andere kümmerte sich Gott. Das ermutigt und erschreckt zugleich. Falls du ähnlich menschlich gestrickt bist wie ich, dann weißt du, wie erfolgreich man manchmal darin ist, Gott seinen Gehorsam zu verweigern. Sogar wider besseren Wissens. Doch selbst da lässt sich Gott häufig eine kreative Lösung einfallen, die zu seinem gewünschten Ende führt. Damit stehen wir in einer Reihe mit Mose, Jona und Petrus, die erst einen, sagen wir, gewissen Lernprozess durchgehen mussten, bevor sie sich für den Gehorsam entschieden. Meine Hoffnung ist, dass du und ich schneller lernbereit sind.

Auch das Durchhaltevermögen war selbst bei biblischen Figuren manchmal eher schwächlich ausgeprägt. Falls du auch schon einmal in einer wichtigen Situation versagt hast, verstehst du was ich meine.

Bleibt nur noch der letzte Punkt: Vertrauen in Gott. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um den wichtigsten. Du kannst schwächeln, versagen, sogar mal rebellieren. Doch wenn dir das grundsätzliche Vertrauen in Gott, seine Güte und seine Fähigkeit zu handeln und dich weiterzubringen, verloren geht, dann bist du dem Scheitern deiner Vision sehr nahe.

Du zweifelst damit am Fundament deiner Vision und seines Erbauers, was ein beharrliches Weitergehen in deiner Vision sehr erschweren wird.

Aus diesem Grund ist das Wichtigste beim Umsetzen deiner Vision, dein Vertrauen in Gott zu vertiefen. Warum, das erfährst du am Schluss.

Muss eine Vision wirklich größer sein als du selbst?

Jemand nicht Hilfreiches hat einmal gesagt: „Die Vision muss größer sein als du selbst. Dann kann Gott sich in ihrer Erfüllung verherrlichen, denn du weißt, dass du selbst es niemals geschafft hättest.“

Auch wenn dies teilweise stimmt, finde ich dieses Statement wirklich nicht hilfreich, aus folgenden Gründen:

  1. Eine Vision ist immer größer als man selbst und all das, was man derzeit in sich selbst und aus sich selbst heraus für möglich hält. Sonst wäre es keine Vision, sondern ein Plan.
  2. Wenn ich an Gott glaube, muss ich zwangsläufig mit dem, von dem ich diese Vision erhalten habe (Gott!), in engem Kontakt bleiben. Sonst werde ich mich früher oder später verhaspeln oder in eine ganz andere Richtung laufen, als ursprünglich vorgesehen. Das Volk Israel, das sich trotz Gottes-Vision 40 Jahre lang in der Wüste verläuft, ist ein nicht ganz so leuchtendes Beispiel meiner These.
  3. Früher oder später wirst du an den Punkt ankommen, an dem du:

    a.    Keine Kraft mehr hast

    b.    Keinen Bock mehr hast

    c.     Keine Kohle mehr hast

    d.    Keine Hoffnung mehr hast

    e.    Alle Punkte a-d zusammen.

    Spätestens jetzt ist die Kacke am Dampfen und du wirst dich, falls du dich vorher von ihm entfernt hast, sehr schnell wieder auf deinen Gott zurückbesinnen.

  4. Wenn du nicht völlig an Demenz leidest, wirst du dich am Ende auf die Wunder, Perspektivänderungen, Krafterweise, Unterstützungen die dir auf dem Weg zu deiner Vision immer wieder begegnet sind, erinnern und daraus neue Dankbarkeit und Kraft schöpfen. 

 

Darum empfehle ich dir, dass du vor allem dein Vertrauen in Gott stärkst, wenn du deine Vision wirklich umsetzen willst. Und wenn du merkst, dass  dein Vertrauen schwindet, tue was du tun kannst, um es wiederzubeleben. Es ist völlig in Ordnung, wenn du dir Hilfe von außen suchst, einen Ratgeber anfragst, an einsamen Ort zu fliehst oder intensive Gemeinschaft mit anderen Menschen brauchst. Nur, stärke dein Vertrauen in Gott!

 

Im nächsten Beitrag erfährst du, welche 6 schwersten Fehler du bei der Umsetzung deiner Vision vermeiden solltest