Diese 7 schwersten Fehler solltest du bei der Umsetzung deiner Vision vermeiden

01.05.2018

Es ist ganz einfach: Was du vorher besser planst, tut's später weniger weh. Genauso ist es auch, wenn du deine persönliche Vision umsetzen willst. Wenn du die folgenden 7 Fehler vermeidest, wird die Umsetzung deiner Vision für dich wesentlich leichter. Wirst du deswegen keine Probleme haben?
Nein.
Aber du vermeidest damit die typischen Stolpersteine, mit denen du dich ansonsten selbst behinderst.

1. Versuche nicht, es alleine zu schaffen

„Wenn ich es richtig gemacht haben will, mache ich es selbst.“

„Wenn man nicht alles alleine macht.“

„Wenn ich es nicht mache, macht es keiner.“

Wenn du bei diesen Sätzen innerlich nickst, steckt wahrscheinlich schon ein kleiner Visionär in dir.

Leider ist es diesmal kein Kompliment. Denn Visionäre kranken an ihrer zweifelhaften Überzeugung, alles alleine machen zu müssen. Doch selbst der größte Visionär hat nicht alle Begabungen und alle Fähigkeiten. Jeder Chef braucht einen Assistenten. Jeder Oberbefehlshaber benötigt eine Armee. Jeder Vereinsvorsitzende baut auf seine Vereinsmitglieder.

Dein Bonus ist: Keiner kennt, lebt und liebt deine Vision intensiver als du. Deine Hauptaufgabe ist es, andere mit deiner Leidenschaft dafür anzustecken und die Tätigkeitsbereiche abzudecken, die dir wirklich liegen. Für alles andere suche dir tatkräftige Unterstützung. Bevorzugt sind das die Menschen, die Stärken in Bereichen haben, in denen du schwach bist.

Merke: Everything works better together!

2. Finde einen Mentor, der dich in deiner Vision sehen kann

Ein Mentor ist ein Mensch, der über einen größeren Erfahrungsschatz und Kenntnis verfügt als du. Er zeichnet sich dadurch aus, nicht die richtigen Antworten zu haben, sondern dir die richtigen Fragen stellen zu können. Er kann dich auf sehr ausgewogene Art und Weise einerseits herausfordern und dir andererseits Mut zusprechen. So, wie du es gerade brauchst.

Er sollte deine Vision für dich ebenfalls sehen können. So wird er zum treuen Wegbegleiter, Freund und Unterstützer, der dir besonders in Krisenzeiten ein wichtiger Ratgeber und Halt sein kann.

Solltest du eine solche Person nicht haben, mache dich schleunigst auf die Suche nach ihr.

Merke: Ein Mentor schließt dir die Tür auf: zu dir selbst.

3. Finde Freunde und Unterstützer, die dich immer wieder an deine Vision erinnern und unterstützen

Wenn du dich mit deiner Vision auf den Weg machst, brauchst du sehr gute Freunde. Vorzugsweise fordern sie dich stellenweise heraus, Aspekte deiner Vision (nicht die Vision an sich) immer wieder zu hinterfragen. Das kann dich manchmal nerven, hilft dir aber dich und deine Vision immer wieder zu überprüfen. Tun sie es nicht, werden es Fremde tun, die es nicht so gut meinen und an deren Kritik, Zurückweisung oder Grenzen du vielleicht scheitern kannst. Du tust dir also selbst einen Gefallen, wenn du einen gut durchmischten Freundeskreis hast, die einen unterschiedlichen Hintergrund und Herangehensweise an deine Vision haben. So erhältst du ein Rundum-Feedback zu deiner derzeitigen Situation, das von Herzen gut gemeint ist und dich weiterbringen wird.

Merke: Wenn dich deine Freunde nicht kritisieren dürfen, werden es andere tun.

4. Sei fest genug, den Kern deiner Vision im Zentrum zu behalten, aber flexibel genug, das Drumherum immer wieder neu zu gestalten 

Dies lässt sich am besten an einem persönlichen Erlebnis beschreiben. Mit 23 Jahren gab mir Gott eine Vision, deren Umsetzung ich erst mit 30 Jahren erleben sollte. Doch am Ende entwickelte sie sich ganz anders als erwartet. Hier kannst du sie nachlesen.

Merke: Bleibe bei der Essenz deiner Vision.

5. Dein größter Feind? Deine Ungeduld

Visionäre sehen Dinge, die andere Menschen nicht sehen (können). Sie bewegen sich mit einer höheren Geschwindigkeit, als Menschen um sie herum, weil sie meistens 2-3 Meilen weiterschauen können als der Rest.
Diese Gabe führt sie oft zum falschen Schluss, dass sich auch ihre Vision schneller umsetzen ließe, wenn andere Menschen wahlweise

  1. Besser verstehen
  2. Begeisterter seien
  3. Schneller umsetzen

Doch dies ist ein Trugschluss.

Menschen brauchen ihre Zeit und haben natürlicherweise nicht dieselben 100%ige Vision, Erkenntnis, Verständnis und Kraft, wie der Visionär selbst. Das kannst du bedauern, wird aber leider nicht viel ändern.

Daher: Auch wenn es frustrierend ist,  musst du dich damit arrangieren. Der Fakt, dass sich Menschen bereits für deine Vision einsetzen, kann dich tief dankbar machen und sollte dir vermitteln, dass du dich auf dem richtigen Weg befindest. Menschen und ihre Begabungen zu erkennen und sie entsprechend einzusetzen, gehört ebenso zu den Charakteristika eines guten Visionärs, wie diese, ihre Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren und ihnen dennoch Wertschätzung entgegenzubringen und sie zu fördern.

Ihnen Raum zu geben, sich zu entwickeln und das in ihrem Tempo, wird sich wiederum befreiend und beruhigend auf dich auswirken. Vielleicht nicht sofort, aber im Laufe der Zeit. Denn du bemerkst, dass du mit Ungeduld immer wieder gegen menschliche Grenzen und auf Widerstand stößt. Wenn du ihnen Weite und Freiheit zugestehst, vermittelst du damit Vertrauen und Zutrauen dazu, dass sie ihre Begabungen und Fähigkeiten für deine Vision nach ihren Möglichkeiten einsetzen.

Merke: Gib einem Menschen Freiheit und er wird es dir mit einem größeren persönlichen Einsatz danken.

6. Gehe Schritt für Schritt, nicht 102 Schritte auf einmal

Dieser Punkt hängt mit dem vorherigen Punkt „Ungeduld“ zusammen.

Ungeduld will uns dazu verleiten, nicht auf das richtige Timing zu warten. Wir glauben, wir könnten es selbst „machen.“ Und obwohl wir mit einer „Machermentalität“ einiges pushen können, geht das auf Dauer zulasten unserer Kraft und auch derer um uns herum. Wir versuchen mit Gewalt die Blüte aufzubrechen, anstatt etwas zu warten, bis sie sich von alleine öffnet.

Das Ergebnis: Es werden viele Ressourcen und Kräfte verschwendet. Vielleicht leiden Beziehung unter dem aufgebauten Druck. Manche Dinge werden möglicherweise nur oberflächlich bearbeitet und führen auf lange Sicht zu einem Sicherheitsrisiko.

Ist die Zeit und die Menschen reif für deine Vision (auch wenn sie diese noch nicht ganz genau verstehen), werden sich dafür Türen öffnen, durch die du hindurchgehen kannst.

Merke: Für deine Visionsvermittlung kannst du den Vorschlaghammer ruhig Zuhause lassen.

7. Kann Gott mir eine Vision schenken?

Wenn du aus einem christlichen Hintergrund stammst und an Gottes Wirken und Reden glaubst, hast du es gleichermaßen einfacher und schwerer als jemand, der „einfach“ seine eigene Vision entwickelt, die sich aus einer Leidenschaft nährt oder einem tief liegenden Problem entstammt.

Einfacher, da Gott dir eine Vision schenken kann, die sehr fest in dir gegründet ist. Mein Beispiel dazu kannst du hier nachlesen. Gleichzeitig kann er dir Kraft und Beharrlichkeit schenken, an dieser Vision festzuhalten und darauf hinzuzugehen.

Schwerer ist es, weil Gott dir meistens nicht alle Details einer Vision offenbart. Gewöhnlich zeigt er nur die grobe Richtung. Die Details sind, nun...äh... Details und werden sich fügen.

Erinnerst du dich, wie er zu Mose sprach, dass er das Volk Israel in ein Land führen wird, in dem Milch und Honig fließen? Er nannte weder Himmelsrichtung, noch Größe des Landes und noch nicht mal ein Datum, wann es soweit sein wird.

Jemand nicht Hilfreiches hat mal gesagt: „Die Vision muss größer sein, als du selbst. Dann kann Gott sich in ihrer Erfüllung verherrlichen, denn du weißt, dass du es niemals selbst geschafft hättest.“

Auch wenn dies teilweise stimmt, finde ich dieses Statement wirklich nicht hilfreich und zwar aus folgenden Gründen:

1.     Eine Vision ist immer größer als man selbst und all das, was man derzeit in sich selbst und aus sich selbst heraus für möglich hält. Sonst wäre es keine Vision, sondern ein Plan.

2.     Wenn ich an Gott glaube, muss ich zwangsläufig mit dem, von dem ich diese Vision erhalten habe (Gott!), in engem Kontakt bleiben. Sonst werde ich mich früher oder später verhaspeln oder in eine ganz andere Richtung laufen, als ursprünglich vorgesehen. Das Volk Israel, dass sich trotz Gottes Vision 40 Jahre lang in der Wüste verläuft ist ein nicht ganz so leuchtendes Beispiel für meine These.

3.     Früher oder später wirst du an den Punkt ankommen, an dem du:

a.    Keine Kraft mehr hast

b.    Keinen Bock mehr hast

c.     Keine Kohle mehr hast

d.    Keine Hoffnung mehr hast

e.    Alle Punkte a-d zusammen.

Spätestens jetzt ist die Kacke am Dampfen und du wirst dich, falls du dich vorher von ihm entfernt hast, dich sehr schnell wieder auf deinen Gott zurück besinnen. Wenn du

4.    nicht an völliger Demenz leidest, wirst du dich am Ende auf die Wunder, Perspektivänderungen, Krafterweise, Unterstützungen die dir auf dem Weg zu deiner Vision immer wieder begegnet sind, erinnern und daraus neue Dankbarkeit und Kraft schöpfen.

Wenn du diese 7 Fehler vermeidest, wirst du schneller dein Visionsziel erreichen ohne unter die Räder zu kommen.

Diese Artikel helfen dir bei deiner Visionsentwicklung und -umsetzung weiter:

7 Schritte, wie du deine eigene Vision entwickelst

Persönliche Geschichte: Wie Vision mit eigenen Plänen kämpft

So lässt du deine Vision Realität werden, ohne zu verzeifeln