Der 3fache Kulturschock - und wie du ihn am besten meisterst! - 1. Schockphase: Überschwängliche Begeisterung

23.06.2017

1. Kulturschock: Überschwängliche Begeisterung

3 Tools wie du sie voll ausschöpfst!

Nun bist du also angekommen, hast dein Zimmer/deine Wohnung bezogen oder deine Gastfamilie kennengelernt. Du bist vielleicht das erste Mal mit deinen neuen Kollegen, Verantwortlichen oder Leitern in der Stadt oder erkundest erst mal das scheinbar endlose Grundstück. Du stromerst durch die Wildnis, halb ängstlich, aber auf jeden Fall neugierig. Alles ist faszinierend:
Diese strahlenden Gesichter, die neue, noch unbekannte Sprache. Dazu die spezielle Architektur, die warme Temperatur und das vielfältige und so ganz andere Essen. Du kannst nicht genug davon bekommen. Jeder Tag verspricht ein neues Abenteuer zu werden. Du weckst jeden Morgen mit einem breiten Grinsen auf und schläfst jeden Abend mit einem wohligen Lächeln ein. Dazwischen stehen witzige Erlebnisse, tiefgehende Eindrücke und unzählige Begegnungen mit neuen Menschen. Alle interessieren sich für dich und dein Land. Sie wollen wissen warum du gekommen bist  und was dein familiärer Hintergrund ist. Erzähle deine Geschichte wieder und wieder. Das hilft den Menschen sich auf dich einzulassen und sich dir gegenüber zu öffnen.
Nach ein paar Wochen fühlt sich mancher bereits wie ein alter Hase in der neuen Kultur und versucht nicht dieselben Fehler zu machen, wie „die anderen Deutschen“ oder „Touristen“. Man sieht sich selbst als kulturell besonders sensibel, weil man meint, den einen oder anderen kulturellen Hintergrund bereits durchschaut zu haben.

Diese Flitterwochen-Phase scheint wie eine nicht enden wollende Reise auf dem Regenbogen zu sein. Alles glitzert und leuchtet und verlangt deine Aufmerksamkeit.
Diese ersten Eindrücke wirst du so nie wieder erleben.

Negativ-Erlebnisse

Möglich, jedoch eher selten, ist die gegenteilige Erfahrung in der ersten Phase.
Du wirst innerlich gar nicht warm mit dem Menschenschlag oder grundlegende Erwartungen erfüllen sich nicht. Gerüche und Essen empfindest du als eklig. Die Unterkunft und etwaige tierische Mitbewohner lassen dir das kalte Grausen über den Rücken laufen und deine Gasteltern zeigen kein Verständnis für deine Startschwierigkeiten.
Denkbar wäre auch, dass du sofort in einem neuen Job funktionieren musst und du so weder erste Erfolgserlebnisse im Kennerlernen anderer Menschen, noch beim Erlernen und Praktizieren der Sprache hast.
Läuft dann noch etwas schief im eigenen Projekt oder du wirst mit den lokalen Unzulänglichkeiten konfrontiert, vermischt sich diese Hilflosigkeit und Frustration schnell mit Heimweh, du vermisst Freunde und Familie und einen geregelten und gewohnten Alltag.
Legt jemand einen derartigen Start hin, wird er seinen Aufenthalt höchstwahrscheinlich abbrechen. Es sei denn, vor Ort findet er eine Person, der er sich anvertrauen und mit der er seine problematische Situation besprechen kann. Doch auch im Falle der Heimkehr sollten diese belastenden Erlebnisse auf jeden Fall aufgearbeitet werden, damit diese Lebensphase gut abgeschlossen werden kann. Professionelle Hilfe kann hier hilfreich sein.

Läuft für dich diese Phase jedoch positiv, stellst du dir wahrscheinlich folgende Frage:
Wie kannst du sie am besten für dich und die Nachwelt aufnehmen und erhalten?
Dazu brauchst du 2 Tools!
Das erste ist ein Schreibuntensil. Egal ob Notizblock, Tagebuch, Handy oder Laptop. Halte alles fest. Gedanken, Ideen, Eindrücke, Gerüche, Erfahrungen, Pläne. Nichts was dich bewegt hat, ist unwichtig. Am besten nimmst du dir jeden Abend eine halbe Stunde Zeit zum reflektieren. Du wirst sonst bemerken, dass alle Ereignisse sehr schnell an dir vorbeirauschen, sich überlagern und du nach einer Woche nicht mehr alle wertvollen Erlebnisse zusammenbekommst. Da diese Anfangserfahrungen sehr besonders und unverfälscht sind, halte sie am besten gleich fest!

Das zweite Tool ist eine Kamera oder Smartphone. Fotografiere, was dich beeindruckt. Versuche nicht aus der typischen Touri-Perspektive zu blicken, sondern Kultur und Menschen und ihre Geschichten in den Fokus zu nehmen. Sei sensibel. Es gibt jedoch Kulturen (z.B. die Indigenen Südamerikas) die fotoscheu sind. Frage vorher ob du sie fotografieren darfst und erkläre ihnen warum. Die Menschen sind eher einverstanden, wenn du mit ihnen auf dem Foto bist.
Im Allgemeinen werden sich Menschen jedoch sehr gerne fotografieren lassen.
In Kombination mit deinem Tagebuch erstellst du eine perfekte Dokumentation deiner Erlebnisse , die du auch als Reiseblog verwenden kannst. Damit lässt du auch andere von deinen Erlebnissen profitieren und kannst deinen Unterstützer- oder Freundeskreis auf dem Laufenden halten.

Um allerdings wirklich in der Fremde überleben zu können, brauchst du noch ein drittes Tool!
Dein Wörterbuch! Egal ob Papierversion oder digital, sorge nur dafür, dass du es immer zur Hand hast. Gerade in den ersten Wochen, in denen du dich üblicherweise mit Händen und Füßen verständigst, ist die Lernkurve sehr steil, wenn du fremde Wörter spontan nachschlagen kannst. Aber: Schlage BLOSS NICHT jedes neue Wort nach! Dann wirst du nie fertig und die Fülle wird dich überfordern.
Dir werden aber Wendungen auffallen, die du immer wieder von den Einheimischen hören wirst. Greife diese auf. Hake nach. Lasse sie dir übersetzen oder schlage sie nach.

Genieße diese erste Phase mit den frischen und unverbrauchten Eindrücken in vollen Zügen, denn bald steht dir eine große Umwälzung bevor...hier liest du, warum.

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