12 Fragen, die du dir vor Abschluss deines Auslandsaufenthaltes unbedingt stellen solltest! (6. wird deine Zukunft mitbestimmen!)

14.01.2018

Nun, da sich die Zeit deines Auslandsaufenthaltes dem Abschluss nährt, wirst du möglicherweise ein bisschen wehmütig. Ist dein Aufenthalt halbwegs positiv verlaufen, hast du wahrscheinlich zahlreiche Freundschaften geschlossen und viele neue Sitten und Gebräuche kennengelernt. Du hast merkwürdige Mahlzeiten probiert und hast außergewöhnliche Dinge zum ersten Mal gemacht.

Vielleicht bist du das erste Mal allein durch den Amazonas gewandert, bist einsame Gletscher emporgeklettert oder hast dich an einem Bungee-Seil in die Tiefe gestürzt.

Was auch immer du getan hast – du hast dich verändert. Vielleicht mehr, als dir bewusst ist.

Du hast dich an eisige Kälte gewöhnt oder an eine Mordshitze. Du hast vielleicht mitgeholfen ein Haus zu bauen oder Kinder zu unterrichten. Du selbst bist in vieler Hinsicht gewachsen. Deine Sicht auf dein Gastland und die Menschen, die darin leben, hat sich verändert. Und was du noch nicht weißt; die Perspektive auf dein Heimatland und wie Dinge dort gehandhabt werden, hat sich ebenfalls verändert. Mehr dazu in meinem nächsten Blogbeitrag.

Falls du während deines Aufenthalts kein Tagebuch geführt und deine wichtigsten und spannendsten Erlebnisse festgehalten hast, bekommst du nun eine letzte Chance.

Damit du wirklich erfassen kannst, wie sehr sich vieles in dir im Vergleich zum Beginn deines Aufenthalts gewandelt hat, habe ich für dich folgende 12 Fragen gesammelt, die dir helfen werden, deine Erlebnisse und Erfahrungen in Worte zu fassen.
Wichtig ist: Denke nicht nur über sie nach, sondern schreibe deine Gedanken auf. Nur so manifestiert sich, was sonst lose in deinem Kopf herumschwirrt.  Und du hast es für alle Zeiten festgehalten.

Tu dies, solange deine Gedanken noch frisch sind. Sobald du zurück in Deutschland bist, wirst du dich an viele Details nicht mehr erinnern oder manche Dinge im Rückblick anders wahrnehmen. Jetzt kannst du die authentischsten Gefühle und Gedanken wahrnehmen. Nutze sie! In einigen Jahren wirst du für sie sehr dankbar sein!

Die 12 wichtigsten Fragen, bevor du deinen Auslandsaufenthalt beendest:

  1. Welche 10 Dinge haben mein Leben bereichert?
  2. Welche Personen/Erlebnisse haben einen besonderen Platz in meinem Herzen?(Bei den Personen: Geh hin und sag es ihnen!)
  3. In welchen Aspekten hat sich meine Sicht auf das Leben/ dieses Land/ Deutschland/ meine Kultur geändert?
  4. Was zählt wirklich im Leben?
  5. Wie viel brauche ich tatsächlich, um glücklich zu sein? Was brauche ich materiell, emotional, geistig, geistlich?
  6. Ist eine steile Karriere und viel Geld das Wichtigste für mich?
  7. Verbringe ich genügend Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden?
  8. Bin ich dankbar für den Wohlstand, den ich in Deutschland genieße?
  9. Kann ich meiner Gesellschaft etwas zurückgeben?
  10. In welchen Bereichen meines Lebens bin ich gewachsen? Wo will ich weiter wachsen?
  11. Wie kann ich meine gemachten Erfahrungen in meinen Beruf oder Ehrenamt einbringen, so dass sie auch anderen helfen?
  12. Kann ich für Ausländer in Deutschland zum Brückenbauer werden?

Die Verabschiedungszeremonie

Bist du alle Fragen durchgegangen? Hast du deine Antworten aufgeschrieben? Falls nicht, dann tue es jetzt! (Später wirst du es doch nicht tun).
Jetzt bleibt dir nur noch eins: Dir viel Zeit nehmen, um dich von allen Menschen, die dir wichtig geworden sind (und auch den anderen) gebührend und ausgiebig zu verabschieden. Feiert gebührend deinen Abschied. Nimm jede Begegnung bewusst war. Falls du dich mit jemandem überworfen hast, sprich mit ihm und bringe es in Ordnung. Es ist vielleicht die letzte Möglichkeit.

Dank der heutigen Vernetzung muss es kein Abschied für immer sein, aber die Wahrscheinlichkeit, dass du die meisten Menschen nicht oder erst in vielen Jahren wiedersehen wirst, ist sehr hoch. Also nutze den Moment und teile ihnen mit, wie sehr deine Freunde dein Leben bereichert haben. Wahrscheinlich wirst du auch von ihnen mit wohltuenden Worten beschenkt.

Etwas Kostbareres gibt es nicht.